Künftige Waldbrände mit Daten bekämpfen - HMC auf der ESIP-Sommerkonferenz 2021

Das Jahr 2021 ist historisch in Sachen Waldbrände, die große Teile des westlichen Nordamerikas, des Mittelmeerraums, Sibiriens und vieler anderer Teile der Welt verwüstet haben. Dürre und steigende globale Temperaturen haben zu dem oft beispiellosen Ausmaß, der Intensität und der Häufigkeit dieser Brände beigetragen.

Um die Brandbekämpfung vor Ort zu unterstützen, werden neue, globale Ansätze für die Verarbeitung und den Austausch von Daten, die vor, während und nach Bränden gesammelt werden, benötigt. Diese Ansätze müssen Feuerwehrleute, Verwaltungen, Umweltforscher und Bürger dabei unterstützen, die Risiken und Auswirkungen solcher Brände in Zukunft durch langfristige Landschaftsplanung oder kurzfristige Entscheidungen an der Brandfront zu verringern.

Die Digitalisierung und der Austausch von Expertenwissen über Waldbrände war das Thema einer gemeinsamen Session des Clusters „Landwirtschaft und Klima“ und des Clusters „Semantische Harmonisierung“ auf dem diesjährigen Sommertreffen der Earth Science Information Partners (ESIP). Während dieser Session präsentierte Pier Luigi Buttigieg, Digital Knowledge Steward im Earth and Environment Hub der Helmholtz Metadata Collaboration (HMC), Möglichkeiten und Herausforderungen für die Digitalisierung und den Abgleich von Wissen über Waldbrände unter Verwendung von semantischen Web- und Wissensrepräsentationstechnologien. Die Session gab den Startschuss für die nächste Mission des Semantic Harmonization Cluster, die sich auf die Verbesserung der Interoperabilität von Daten über Umweltgefahren und -katastrophen konzentriert (Link zur Session auf dem ESIP YouTube-Kanal).

Emanuel Söding, Koordinator des HMC Earth and Environment Hub, präsentierte während der ESIP-Sommerkonferenz in einem „Research Showcase“ außerdem HMC und dessen Ziele im Allgemeinen (Link zum Poster).

ESIP wurde 1998 von der US-Raumfahrtbehörde NASA gegründet und wird heute von der NASA, der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und dem United States Geological Survey (USGS) getragen.  Auf den von der ESIP organisierten Konferenzen tauschen die weltweit führenden Expertinnen und Experten für Erdbeobachtungsdaten und deren praktische Nutzung die neuesten Ideen und Entwicklungen aus. Die ESIP umfasst derzeit mehr als 120 Mitgliedsorganisationen wie Datenzentren, staatliche Forschungslabors, Forschungsuniversitäten, Anbieter von Bildungsressourcen, Technologieentwickler sowie gemeinnützige und kommerzielle Unternehmen. Im Jahr 2020 wurde die HMC Mitglied der ESIP, um sich den globalen Bemühungen um die Zusammenführung von geowissenschaftlichen Daten für Wissenschaft und Gesellschaft anzuschließen.