HMC Conference 2026: Metadata in Action
Interoperabilität, Infrastrukturen und Zusammenarbeit in der Forschung voranbringen
Vom 28. bis 30. April 2026 fand die HMC Konferenz 2026 am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg statt. Über drei Tage hinweg kamen knapp 200 Teilnehmende aus 65 Institutionen zusammen, um zu diskutieren, wie Metadaten Forschung in der Praxis aktiv mitgestalten.
Das Programm spiegelte die Vielfalt und Relevanz des Themas wider: 23 Vorträge, 44 Poster, 19 Demos und 10 Workshops beleuchteten Entwicklungen von Interoperabilität und semantischer Integration bis hin zu Mensch-Maschine-Kollaboration und Forschungsinfrastrukturen.
Den Auftakt zur Konferenz bildete ein vielfältiges Pre-Conference-Workshop-Programm mit praxisnahen Sessions und angeregten Diskussionen. Die Themen reichten von FAIR Digital Objects und semantischen Technologien über Metadatenqualität und Datenintegration bis hin zu Metadatenharmonisierung. Das große Interesse an den Workshops unterstreicht den Bedarf an praxisorientierten, kollaborativen Formaten, die technische und wissenschaftliche Perspektiven zusammenbringen.
Mit der offiziellen Eröffnung am Nachmittag begann das Hauptprogramm, das gleichermaßen von strategischen Fragestellungen und praktischen Ansätzen zum diesjährigen Motto "Metadata in Action" geprägt war. Die Keynote von Marta Teperek (Open Science NL) und Dani Metilli (TDCC) machte deutlich: FAIR Data umzusetzen erfordert mehr als technische Lösungen – es braucht einen Kulturwandel im gesamten Forschungssystem. Der erste Konferenztag wurde durch eine Session zu Forschungsinfrastrukturen sowie zur Einbettung von Qualität und Kontext in Forschungsworkflows ergänzt.
Ein besonderes Highlight des Tages war die Poster- und Demo-Session, die intensive Diskussionen sowie praxisnahen Austausch rund um laufende Projekte und neue Ideen ermöglichte. Die Welcome Reception bot anschließend Gelegenheit, Gespräche fortzuführen, Kontakte zu vertiefen und die Community in informeller Atmosphäre zusammenzubringen.
Der zweite Konferenztag stand ganz im Zeichen der Interoperabilität – einer der zentralen Herausforderungen moderner Forschungsinfrastrukturen. Vorträge und Diskussionen zeigten, wie Softwaresysteme, Metadaten und Ontologien als miteinander verbundene Ebenen zusammenspielen müssen. Beiträge zu ontologiebasierten Ansätzen und Metadatenharmonisierung lösten lebhafte Debatten über Skalierbarkeit und domänenübergreifende Integration aus. Praxisbeispiele, darunter Arbeiten aus dem NFDI4Health-Kontext zur Verknüpfung verschiedener Standards, verdeutlichten, wie Interoperabilitätsherausforderungen in realen Forschungsszenarien adressiert werden können.
Eine zentrale Botschaft des Tages formulierte Jan Portisch (SAP) in seiner Keynote: „90 % data and semantics, 10 % AI.“ Diese Perspektive fand großen Widerhall und unterstrich die Bedeutung robuster Datenfundamente, Integration und semantischer Strukturen als Grundlage für Innovation.
Ein weiteres Highlight waren die Poster- und Demo-Sessions, die erneut Raum für vertiefte Diskussionen und neue Perspektiven boten. Im Booth-Bereich präsentierten sich neben HMC auch die Schwesterplattformen des Helmholtz Information and Data Science (HIDS) Frameworks: Helmholtz AI, Helmholtz Imaging, HIFIS. Besonders wertvoll waren der Austausch und die inspirierenden Gespräche mit den Schwesterplattformen sowie der breiteren Konferenzcommunity. Den Abschluss des Tages bildete eine gemeinsame Neckar-Schifffahrt, die eine besondere Kulisse für Networking, vertiefte Gespräche und neue Verbindungen bot.
Am dritten und letzten Konferenztag rückten wissenschaftliche Infrastrukturen und zukünftige Entwicklungen in den Fokus: in seiner Keynote erläuterte Oliver Stegle (DKFZ, GHGA, EMBL), wie stark großskalige Genomforschung auf gut strukturierte, interoperable Metadaten angewiesen ist, um Datensätze zu verknüpfen, Reproduzierbarkeit zu ermöglichen und Analysen im großen Maßstab durchzuführen. Sein Vortrag machte deutlich, dass Metadaten nicht nur unterstützend, sondern grundlegend für moderne Forschungsinfrastrukturen sind. Zugleich wurde deutlich dass die Grenze zwischen Forschungsdaten und Metadaten vom Kontext abhängt und sich je nach Disziplin und Anwendungsfall verschiebt.
Die abschließende Session zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zeigte, wie sich Metadatenerfassung durch Automatisierung, Robotik und KI-gestützte Ansätze weiterentwickelt. Die Diskussionen zeigten auf, wie stark Herausforderungen – aber auch Erfolge – disziplinübergreifend geteilt werden und wie wertvoll es ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und voneinander zu lernen.
Den Abschluss bildeten das offizielle Wrap-up und die Preisverleihung, bei der herausragende Demo- und Posterbeiträge gewürdigt wurden. Wir gratulieren den beiden Preisträgern und danken allen Mitwirkenden für ein vielfältiges, hochkarätiges und engagiertes Programm.
Die HMC-Community verließ Heidelberg mit neuen Impulsen, gestärkten Verbindungen und einem erneuerten Bewusstsein dafür, wie zentral Metadaten für moderne, kollaborative und reproduzierbare Forschung geworden sind. Wir danken allen Teilnehmenden, Speaker:innen, Beitragenden und Organisator:innen herzlich für ihr Engagement und freuen uns darauf, die Diskussion über die Konferenz hinaus fortzuführen.
Die HMC Conference 2026 hat gezeigt, wie Metadaten in der Praxis lebendig werden – und wie „Metadata in Action“ Menschen, Ideen und Forschungsgemeinschaften zusammenbringt, um die Zukunft der Wissenschaft mitzugestalten.
Hier geht es zur HMC Konferenz 2026 Website. Alle Konferenzbeiträge können im Book of Abstracts nachgelesen werden. Darüber hinaus wurden viele Beiträge in unserem Konferenz-Community Bereich auf Zenodo veröffentlicht.